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Update 8.05.2009:

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Eine starke Identifizierung mit dem Luxemburger Musikleben

Interview von Remy Franck mit Guy Goethals zum 250. Konzert des Kammerorchesters Estro Armonico (Pizzicato 04/9)

Sein 250. Konzert gibt Estro Armonico am 28. April um 20 Uhr unter der Leitung von Guy van Waas im Auditorium des hauptstädtischen Konservatoriums. Concerti aus Vivaldis 'Estro Armonico' und Auszüge aus Haydns 'Schöpfung' mit dem Ensemble Vocal du Luxembourg und den Solisten Marc Dostert und Jean-Paul Majerus stehen auf dem Programm. Remy Franck hat sich mit dem Gründer und Konzertmeister des Estro, Guy Goethals, unterhalten.

Wie schätzen Sie die Entwicklung des Estro Armonico ein, in den mehr als 15 Jahren seines Bestehens?

Estro Armonico hat in den Anfängen kleinere Werke des Barock und der Klassik in Eigenregie eingeübt und aufgeführt. Aus dem kleinen Ensemble ist nun ein größeres Orchester geworden, das eine von allen geschätzte Dienstleistung erbringt. In seiner Funktion als Begleitorchester kann es sowohl von der Besetzung, als auch von der Qualität her allen Anforderungen standhalten, sei es für die Interpretation von Musik des Barock, der Klassik, der Romantik oder der Moderne. Filmmusik-Aufnahmen gehören ebenso zum Repertoire wie die Begleitung von Big Bands oder Harmonieorchestern. Obwohl Estro Armonico leider aus finanziellen Gründen immer mit einem Minimum an Proben auskommen muss, ist die Spielqualität des Ensembles sehr lobenswert, was man zum Beispiel immer wieder an den zahlreichen Radioaufnahmen feststellen kann. Aber auch reine Orchestermusik kann das Ensemble in bemerkenswerter Qualität darbieten. Hauptmerkmal des Orchesterstils ist sicherlich mit der Zeit die Spielfreude, das ehrliche und freundschaftliche Musizieren geworden.

Was hat sich in der Zeit Ihres Bestehens hier in Luxemburg in Sachen Ensemble-Musik oder auch Barockmusik verändert?

Allgemein kann man sicherlich behaupten, dass das Ensemblespiel, dank der guten Arbeit in den Konservatorien und Musikschulen, dank auch der Existenz der vielen Ensembles und Musikgesellschaften, durchweg eine sehr gute Qualität hat. Wenn Estro Armonico in den vergangenen 15 Jahren auch zu einer Qualitätssteigerung in diesem Bereich beigetragen haben sollte, dann sicherlich durch eine bestimmte Art des Ensemblespiels: Die Musiker spielen die Konzerte, nach der entsprechenden Probenarbeit, ohne äußerlichen Erfolgsdruck, niemand sieht sich böse um, sollte mal eine Note daneben gespielt werden. Dies heißt nicht, dass nicht auf höchstem Niveau gearbeitet wird. Im Gegenteil, es wird auf eine angenehme Art das Beste aus jedem Einzelnen herausgeholt. Diese Art des Musizierens ist sehr motivierend für die Musiker, und so wiederum qualitätssteigernd. Das Resultat ist ein freies, lebendiges, atmendes und 'sprechendes' Spielen. Die Sympathie des Publikums und der zu begleitenden Chöre wird auf diese Art sehr schnell erobert und fördert das gute Miteinander der Musiker.
Im allerersten Konzert von Estro Armonico hat eine kleine Gruppe der Musiker einige Werke auch auf sogenannten authentischen Instrumenten gespielt. Damals gab es eigentlich keine luxemburgische Barockmusikszene. Durch den Anreiz von Estro Armonico, das dann später unter der Bezeichnung 'Ensemble Baroque de Luxembourg' etwa 50 Barockkonzerte spielte, kam die Szene dann in Schwung. Heute haben wir mehrere Instrumentalisten, die regelmäßig auf Barockinstrumenten musizieren oder sie sogar studiert haben. Der Ableger des Estro Armonico, das 'Ensemble Baroque de Luxembourg' hat aber seit einiger Zeit nicht mehr konzertiert. Das geschah aus dem einfachen Grund, dass Estro Armonico soviel Erfolg hat und so viele Konzerte spielt, dass das Quantum an administrativer Arbeit es nicht mehr zulässt, auch noch Barockkonzerte zu organisieren. Wir hoffen aber, dass sich dieses administrative Problem bald lösen wird und wir endlich auch wieder Barockkonzerte in großer Besetzung spielen können. Interesse daran gibt es allemal, sowohl von Seiten des Kulturministeriums, als auch der Chöre, der Veranstalter und natürlich der Musiker.

Aus welchen Szenen kommen die Musiker(innen), die im Estro spielen?

Die allermeisten Musiker sind hauptberufliche Musik- und Instrumentallehrer. In seiner größten Besetzung spielt Estro mit 45 Musikern, davon sind 44 in Luxemburg wohnhaft, 34 sind Luxemburger. Dieses Verhältnis ist einzigartig in der hiesigen Orchesterszene. Die starke Identifizierung mit dem Luxemburger Musikleben ist eine natürliche Motivation für die Musiker.

Gibt es noch andere Motivationsformen für Ihre Musiker, sich quasi 'nebenberuflich' in einem Ensemble wie Estro Armonico zu engagieren?

Ein Instrumentallehrer bringt seine Fertigkeiten während seines Studiums auf höchstes Niveau. Bei der Ausübung seines Berufes hat er dann oftmals nicht die Gelegenheit, sich noch in Konzerten zu zeigen. Ohne Konzerte ist es jedoch schwierig, genügend Motivation zum unerlässlichen täglichen Üben zu finden. Die Estro-Musiker 'dürfen' sich regelmäßig mit herausfordernden Partituren beschäftigen, und dies trägt sicherlich indirekt zu einem guten Instrumentalunterricht bei. Sehr stimulierend sind jedoch auch die oft äußerst interessanten Projekte, die von den Chören, die uns engagieren, an uns herangetragen werden. Dies alles und die feste Bindung mit der lokalen Szene, kombiniert mit einem freundschaftlichen Verhältnis der Musiker untereinander, ergibt ein spielfreudiges und motiviertes Orchester.

Und wie sieht es mit dem Nachwuchs aus?

In seinen Anfängen bestand Estro Armonico hauptsächlich aus Studenten. Viele davon sind in der Zwischenzeit professionelle Musiker geworden, als Musik- oder Instrumentallehrer, als Orchestermusiker im In- und Ausland. Auch heute noch lädt Estro immer wieder Studenten ein. So haben zum Beispiel im vergangenen Jahr acht Studenten im Estro mitgespielt. Unsere Konservatorien und Musikschulen bilden sehr gute Musiker aus, so dass es an kompetentem Nachwuchs sicherlich nicht fehlt.
Für unser 250. Konzert am 28. April im hauptstädtischen Konservatorium werden einige Studenten als Solisten in Konzerten aus der Reihe op. 3 'Estro Armonico' von Vivaldi auftreten. Diese Konzerte standen auf dem Programm des allerersten Konzerts unseres Orchesters, daher auch dessen Name.

Gerade bei Ihrem Repertoire steht ja vor dem Spiel nicht selten die Forschung. Ist das von Luxemburg aus gut zu besorgen?

Die meisten unserer Konzerte werden von den Chören an uns herangetragen. Deshalb ist dann Estro Armonico auch nicht direkt verantwortlich für Forschungsarbeit hinsichtlich Fassungen oder Besetzungen, oder auch Interpretation der Werke. Treten wir mit eigenen Programmen auf, sprechen wir Werkauswahl und Fassung mit den jeweiligen Dirigenten ab.

Wie stellen Sie sich dem Thema der historisch korrekten Aufführung?

Auch wenn Estro Armonico nicht auf 'authentischen' Instrumenten spielt, so hat es doch mit sehr bedeutenden internationalen Barockmusikern gearbeitet: Jaap Schröder, Hans-Martin Linde und Guy van Waas. Dadurch und durch meine kontinuierliche Arbeit als Konzertmeister am Stil und am Klang des Orchesters hat das Ensemble seinen charakteristischen Klang, seine Spielfreude und sein offenes Musizieren erarbeiten können. Das Orchester hat die typischen Merkmale der historischen Aufführungspraxis übernommen: kantige Ansätze der Töne, sehr differenziertes Artikulieren, kein Durchhalten der Töne, langsameres Vibrato, genaues Hinhören auf den Gesamtklang und den Gesamtduktus.

Welche Perspektiven haben Sie für die nächsten 15 Jahre, was gibt es an Plänen und Wünschen?

Das Kulturministerium hat die außergewöhnliche Arbeit des Estro Armonico und auch die dadurch entstehenden Bedürfnisse erkannt: Das Orchester spielt rund 30 Konzerte im Jahr, fast alle davon muss man als Dienstleistung für die Chöre und andere Organisatoren verstehen. 2008 hat Estro Armonico beispielsweise 31 Konzerte mit 14 verschiedenen Chören und in 17 verschiedenen Ortschaften gespielt. Dies verlangt natürlich eine Verwaltung, die dem Umfang der Arbeit gerecht wird. Wir arbeiten zur Zeit daran, dieses Problem zu lösen. Für die qualitative Steigerung der Aufführungen ist es wichtig, dass wir mehr als das strikte Minimum proben können, unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Organisatoren. Außerdem sind reine Orchesterkonzerte mit eigener Programmgestaltung unabkömmlich zur Steigerung der Qualität. Wenn wir erst einmal die administrative Arbeit gut kontrollieren, wollen wir uns auch verstärkt um Sponsoring kümmern: Es müsste bei der Fülle der Konzerte und der verschiedenen Veranstaltungsorte eigentlich möglich sein, Sponsoren zu finden.
Die Wünsche sind also klar umrissen: eine gut funktionierende Administration, genügend Geld für eine ergiebige Probenarbeit, eigene Konzerte, bei denen wir uns ganz auf die Orchesterarbeit konzentrieren können. Wenn das dann alles perfekt durchorganisiert wäre, könnten wir endlich wieder das große Barockensemble aufbauen. Die Eigenart, dass Estro nicht an einen festen Dirigenten gebunden ist und somit sowohl ohne als auch mit Dirigent zu Verfügung steht, soll auf jeden Fall beibehalten werden.

Noch eine persönliche Frage zum Schluss: Ohne Ihren persönlichen Einsatz würde es das Estro in dieser Form nicht geben. Was treibt Sie als Spiritus Rektor und Konzertmeister an, sich nebenberuflich über so viele Jahre derart intensiv zu engagieren?

Es ist wohl eine nicht greifbare Liebe zur Musik, oder besser zum gemeinsamen Verwirklichen von musikalischen Ideen. Dazu kommen eine Menge Details, welche mich immer wieder am Musizieren faszinieren, wie zum Beispiel das blitzschnelle Reagieren der Musiker aufeinander, die Konzertatmosphäre in schönen architektonischen Bauten oder das wortlose Kommunizieren mit dem Publikum. Nicht weniger wichtig für mich ganz persönlich ist aber, dass ich bei der Orchesterarbeit nur Freunde antreffe!

La brochure pour le 250e concert de l'ESTRO ARMONICO est éditée. Elle contient des informations intéressantes, par exemple les noms de tous les musiciens qui on déjà joué avec l'ESTRO ARMONICO. Veuillez nous contacter si vous souhaitez avoir la brochure.

Exemple: noms des musiciens invités:

Vivian Angelloz, Arend Herold, Jean-Marie Azzolin, Angèle Azzolin, Xavier Bacquart, Paul Barth, Gilles Balthasar, Laurent Bauvin, Mario Behrend, Anatole Belikov, Georges Berchem, Georges Berchem, Monique Bernotte, Michel Berns, Zenon Bialas, Katrin Bialczyk, Nadine Bichler, Anne Bihorel, Nadine Billa, Roxane Birch, Alban Birch, Claire Bisdorf, Jeff Boonen, Marc Bouchard, Catherine Boulot, Steve Böhm, Anne Börgmann, Alex Braas, Zofia Branicka, Jean-Claude Braun, Paul Breisch, Tom Brinck, David Bubani, Klauspeter Bungert, Cédric Chanot, Christophe Choque, Marie-France Christen, Francesco Civitariale, David Clapp, Maurice Clement, Ria Clement-Lucas, Antoine Coillard, Liane Coljon-Hames, Patrick Coljon-Hames, Christiane Conrardy, Thierry Consbrück, Geneviève Conter, Armin Ludovic Cora, Caroline Cuijs, Jang Dahm, Christian Debecq, Danièle Diederich, Boris Dinev, Enzo Dosso, Sébastien Duguet, Maggy Dumont, Jonathan Dumoulin, Cyrielle Eberhard, Sarah Eborall, Aifric Eire, Marie-Paule Elter, Jean Fellerich, Laurent Felten, Simone Figl, Dominique Flammang, Elodie Flaurimont, Carine Forget, Martin Fusenig, Martine Geib, Jean-Marie Georges, Corinne Gerend, Stéphane Giampellegrini, Godard, Anne Goethals, Luc Grethen, Romain Gross, Cornelia Gudea, Sven Hoscheid, Serge Haerig, Jean-Paul Hansen, Jean-Daniel Haro, Christopher Hastings, Isabelle Hastings, Marc Haustgen, Jerry Hoffmann, Jean Hommel, Katalin Hrivnak, Andrea Illesova, Junko Iwanaga, Carlo Jans, Beatriz Jimenez, Gonzalo Jimenez,  Marty Joachim, Isabelle Kaell, Marie-Pierre Kalisky, Claire Kalisky, Isabelle Kalmus, Michel Kampa, Michel Kampa, Pävi Kauffmann, Verna Kaunisto, Isabelle Kayser, Paul Kayser, Serguei Khmielevskoi, André Kieffer, Jean-Marie Kieffer, Charlie Klein, Gilles Klein, Guy Kleren, Rebecca Knowles, Rachel Knowles, Julia Knowles, Susanne Koch, Laurence Koch, Andreas Kohn, Jean Kohnen, Guy Konter, Fabian Konz, Kevin Koob, Nadja Koob, Slavec Kostrzewa, Carlo Köller, Balint Kovacs, Michael Krapp, Olivier Krier, Joachim Kruithof, Patrick Krysatis, Lauriane Lagny Delatour, Gaeton Lagrange, David Lagrange, Marcel Lallemang, Pierre Lambert, Lucien Lauer, Pierre Laurent, Isolde Längst, Gilles Leyers, Luc Lohr, Nadine, Joanna Madry, Thierry Majerus, Myriam Malden, Georges Mallach, Evelyn Marmann, Isabelle Marois, Kristina Marschner, Liane Marthe, Marc Martinato, Orsi Mathe, Léonie Mayers, Jean-François Mein, Paul Melsen, Jörg Meschendörfer, Freddy Michéa, Anastasia Milka, Violaine Miller, Gérard Millière, George Milosevic, Bob Minette, Petar Mladenovic, Viviane Molitor, Caroline Mootz-Weyland, Anatoliy Mosyuk, Maurice Müller, Odile Neis, Sonja Neumann, Sandra Neu, Heather Ni, Karen O’Brien, Marc Olson, Anna Origer, Thierry Origer, Annemie Osborne, Claire Osborne, Myriam Otto, Agota Papp, Adrien Papritz, Stéphane Parent, Simon Patz, Philippe Petiot, Lynn Pettinger, Christel Pochet, Stéphanie Pochet, Andreus Puskunigis, Antonio Quarta, Elena Ramona Tanase, Jan Regulski, Tom Reiff, David Reindl, Alex Reinig, Yves Reiter, Dominique Remy, Caroline Reuter, Carine Ries, Adam Rixer, Vic Roden, Anita Rosman, Nancy Schlammes,  Jeannot Sanavio, Nic Sauber, Fränz Schammo, Marc Schank, Christiane Schaul, Aline Scheer, Paul Schiltz, Yves Schmartz, Tom Schmitz, Nadine Schneider, Serge Schoentgen, Pol Scholer, Aude Schumacher, Simone Schuster, Annick Schwall, Emmanuelle Seiwerath, Violetta Sindi, Elsa Skënduli, Irina Skorikov, Laurent Sliepen, Jonalyn Snyder, Georges Soyka, Rainer Staringer, Monique Steffen, Simon Stierle, Jovana Stojanovic, Myriam Sünnen, Eszter Szathmary, Michael Tambour, Emmanuel Teutsch, Jean-Marie Thein, François Theis, Adrien Theato, Serge Thill, Gilbert Thoma, Vassili Touliankine, Marion Valeri, Raju Vidali, Steve Waldbillig, Carole Weber, Dirk Wels, Paul Welter, Fabienne Welter, Romy Werner, Jean-Luc Wietor, Félix Wietor, Raoul Wilhelm, Patrick Wilwert, Claude Windeshausen, Alain Wirth, Dariusz Wisniewski, Carmen Würth, Sylvie Zago, Roman Zaremba, Magdalena Zohorova